Ich erinnere mich noch gut an einen besonderen Tag im Jahr 2008. Der Tag, an dem meine Frau und ich in ein lokales Fotogeschäft in Stuttgart gingen und Antje mir spontan meine LX3 kaufte. Damals hatte ich eine Canon DSLR, aber von diesem Moment an, bis zum heutigen Tag im Jahr 2024, habe ich diese Kompaktkamera benutzt und gemocht. In einer Zeit, in der Millionen Fotos mit dem Smartphone gemacht werden, andererseits „ernsthafte“ Fotografen es nicht unter einer Vollformatkamera neuester Bauart mit immer mehr Megapixeln angehen lassen, wirkt diese „Edelkompakte“ – wie sie damals in Beschreibungen genannt wurde – seltsam aus der Zeit gefallen.

Ich möchte mit einem sehr subjektiven Eindruck anfangen. Für mich ist die LX3 erst einmal richtig schön in ihrem silberfarbenen Magnesiumgehäuse, den Einstellrädern und dem passenden Deckel mit der Aufschrift LUMIX. Was mich wirklich beeindruckt hat, war, wie richtig sie sich anfühlte, als ich sie zum ersten Mal in den Händen hielt. Das ist eines der Dinge, die ich an dieser Kamera am meisten mag. Dieses Gefühl, ein wirklich schönes Gerät in den Händen zu halten, das nicht nur eine Digitalkamera ist, sondern trotz der Kompaktheit ein Werkzeug für Fotografen. Das ist wirklich beeindruckend. Und die LX3 geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie sieht wirklich fantastisch aus und fühlt sich auch so an. Gut, das ist der erste Eindruck und wie heißt es so schön: Der erste Eindruck ist der prägende, der letzte der Bleibende. Das ich die Kamera im Jahr 2024 immer noch benutze, spricht wohl dafür, dass der erste Eindruck nicht getrogen hat.
Nun aber einige technische Daten: 2008 brachte Panasonic die Kompaktkamera heraus, parallel war sie als Leica D-Lux 4 mit dem üblichen kräftigen Aufschlag für den roten Leicapunkt erhältlich. Beide haben ein Summicron-Objektiv von Leica mit einem 2,5fachen Zoom von 24-60mm umgerechnet auf 35mm-Äquivalent. Die Blende reicht von 2 bis 2.8, im 35mm-Äquivalent bedeutet das etwa Blende 8-11.

Das Innenleben prägt ein CCD-Sensor mit der Größe 1/1,6″, d.h. 8,1 x 6,0 mm. Das bedeutet, dass man im Vergleich zu einer Vollformatkamera mit einem Cropfaktor von 4,3 rechnen muss. Die LX3 speichert Bilder mit rund10 MP. Auf dem Papier reicht die Empfindlichkeit von ISO 80 bis 6400. 2008 war die Kamera für eine Kompaktkamera sehr teuer. Was sie aber von allen Konkurrenten unterschied, war, dass sie komplett manuell bedienbar ist, einen Multi-Aspekt-Wählschalter hat, mit dem man die Formate 4:3, 3:2, 16:9 (1:1 zusätzlich im Menü einstellbar) sehr schnell wählen kann.

Ich nutze meist das klassische 3:2-Format, oft allerdings auch 16:9. Für die anderen wichtigen Einstellungen gibt es ein Quick-Menü mit allen wichtigen Funktionen. Zusätzlich gibt es Bedienknöpfe für Belichtungsausgleich, ein Drehrad mit Einstellungen P, A, S oder M und einigen Presets, die ich nicht aber nicht verwende und einen Knopf, um den Fokuspunkt einzustellen. Die LX3 hat ein eingebautes kleines Blitzlicht, gut für Aufhellen bei Sonnenlicht, zudem ein kleines, praktisches Griffstück, das aber ein bisschen schmal für meine Hände ausfällt. Auf der Rückseite finden wir neben dem Wahlschalter für Aufnahme und Wiedergabe einen Joystick für die Wahl des Fokuspunkts, der gleichzeitig das Quick-Menü aufruft und dann einzelne Knöpfe für Belichtungsausgleich, Zeitauslöser, Blitzmodus und einen frei belegbaren Fn-Schalter. Letztlich gibt es dann noch den Wahlschalter für das Display und einen Wählknopf für Einzelbild und Serienbild.

Beeindruckend, wie viele sinnvolle Funktionen an dieser kleinen Kamera einstellbar sind. Dabei steht sie ihren großen Schwestern in nichts nach.
Was ich an der LX3 mag:
Als erstes möchte ich die 24mm-Weitwinkel-Einstellung nennen. Auch heute noch starten zahlreiche Kameras erst bei 28mm. Die 60mm am „Tele“-Ende des Zooms, kann man ja nicht wirklich so nennen, es entspricht eher der Normalbrennweite von 50mm. Der verschiebbare Fokuspunkt ist sehr praktisch. Das Highlight aber ist ein anschraubbares Adapterrohr, das den Anschluss eines Weitwinkel-Konverters, einesTelekonverters, von Filtern oder einer Nahlinse ermöglicht.
Besonders mag ich den WW-Konverter, denn dann wird das Objektiv zu einem Superweitwinkel mit beachtlichen 16mm. Wenn ich dann eine Letterbox im Format 16:6 anwende, habe ich meine kleine Hasselblad XPan, die 64×24 Bilder macht.
Die Stabilisierung ist nicht überragend, aber angesichts der geringen Brennweite sehr ausreichend, Belichtungszeiten von 1/15s sind kein Problem und so kann ich fast immer bei ISO 80 oder 100 bleiben, ISO 200 geht auch noch gut, ISO 400 ist meiner Meinung nach die Grenze für Farbe, ISO 800 für schwarz-weiß-Aufnahmen, aber danach ist definitiv Schluss. Aber dabei kamen wir auf ein weiteres Highlight: der Modus für dynamische SW-Aufnahmen. Dieser Modus ist einfach klasse und liefert Aufnahmen, die stark an analoge Filme wie den Kodak Tri-X oder den Ilford HP5 erinnern! Unterestrichen wird das durch den CCD-Sensor, der ein eine Bildtextur und ein Korn liefert, die sehr nah an analogen Fotos liegt und die mit modernen Kameras mit CMOS-Sensoren nur sehr schwer erreichbar ist.
Was ich nicht mag:
Nicht besonders mag ich Aufnahmen im JPEG-Modus. Verglichen mit RAW gehen einfach eine Menge an Daten verloren, welche die Kamera liefert. Eine Ausnahme ist wie schon oben gesagt, der dynamische SW-Modus.
Wofür ich sie verwende:
Primär nehme ich die LX3 als „Immer-dabei-Kamera“, denn sie passt bequem in jede Jackentasche, zur Not sogar in die Hosentasche. Für Streetfotografie, Landschaft, Outdoor, Point&Shoot-Aufnahmen ist sie prädestiniert. Weniger für Portraits, Kunstfotografie und ähnliches, das ist die Domäne für meine A7 FF mit den alten Minolta-Objektiven. Davon jedoch ein anderes Mal.
Die LX3 ist für mich eine herausragende kleine Kamera, die sehr schöne und auf gewisse Weise einzigartige Fotos möglich macht.










Nun noch einige Beispielfotos, die ich mit der LX3 machte. Übrigens: Die ersten drei Fotos sind Aufnahmen aus dem Jahr 2009 und zeigen den Stuttgarter Hauptbahnhof bevor die Arbeiten von S21 begannen.





















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